Besuch der KZ- Gedenkstätte Flossenbürg

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Am 14. November besuchten die Klassen 9a, 9b und 9c mit ihren Lehrkräften Frau Stoelcker, Herrn Frohn und Herrn Ferchow die KZ- Gedenkstätte Flossenbürg. In einem zweieinhalbstündigen und interessanten Rundgang erfuhren die Schülerinnen und Schüler alle Hintergründe zur Errichtung des Kon­zen­tra­ti­ons­la­gers in Flossenbürg und konnten so ihr Wissen aus dem Geschichtsunterricht ergänzen und vertiefen.

Kurzinfo KZ Flossenbürg
Bis zur Er­rich­tung des Kon­zen­tra­ti­ons­la­gers ist Flos­sen­bürg nur ein klei­nes Dorf im Ober­pfäl­zer Wald. Dank sei­ner Gra­nit­vor­kom­men wer­den dort ab En­de des 19. Jahr­hun­derts zahl­rei­che Stein­brü­che in Be­trieb ge­nom­men. Nach der Macht­über­nah­me durch die Na­tio­nal­so­zia­lis­ten wer­den Gra­nit und Burg zu den zen­tra­len Stand­ort­fak­to­ren für Flos­sen­bürg. Mit den staat­li­chen Bau­pro­gram­men der Na­tio­nal­so­zia­lis­ten steigt die Nach­fra­ge nach Gra­nit enorm. Die Grün­dung des Kon­zen­tra­ti­ons­la­gers Flos­sen­bürg im Mai 1938 ist Teil ei­ner Funk­ti­ons­er­wei­te­rung des ge­sam­ten KZ-Sys­tems durch die SS. Die La­ger sol­len nicht mehr nur da­zu die­nen, po­li­ti­sche Geg­ner des Na­tio­nal­­­so­zia­lis­mus zu in­ter­nie­ren und zu ter­ro­ri­sie­ren. Die SS will nun auch wirt­schaft­li­chen Pro­fit aus der Häft­lings­ar­beit zie­hen. Die Ent­schei­dung für den neu­en Stand­ort Flossenbürg fällt im März 1938. En­de April tref­fen die ers­ten SS-Wa­chen ein. Am 3. Mai er­reicht der ers­te Trans­port mit 100 Häft­lin­gen aus dem KZ Dach­au die Bau­stel­le. Zum Jah­res­en­de be­fin­den sich be­reits 1.500 Häft­lin­ge im La­ger.
Die Zahl der Ge­fan­ge­nen im KZ Flos­sen­bürg steigt kon­ti­nu­ier­lich an. Seit der Er­rich­tung des La­gers sind be­reits über 300 Häft­lin­ge ge­stor­ben. Die ers­ten Häft­lin­ge im La­ger sind Deut­sche. Sie sind Op­fer der Ver­haf­tungs­ak­tio­nen ge­gen so ge­nann­te »Kri­mi­nel­le« und »Aso­zia­le«. En­de 1938 kom­men die ers­ten po­li­ti­schen Häft­lin­ge hin­zu. Nach Kriegs­be­ginn ent­wi­ckelt sich Flos­sen­bürg zu ei­nem KZ für Men­schen aus al­len be­setz­ten Län­dern Eu­ro­pas. 1940 wird der ers­te jü­di­sche Häft­ling re­gis­triert. Über 2.600 Häft­lin­ge be­fin­den sich im La­ger, die To­des­ra­te steigt. Zur Lei­chen­be­sei­ti­gung lässt die SS ein la­ger­ei­ge­nes Kre­ma­to­ri­um er­rich­ten. Das Kon­zen­tra­ti­ons­la­ger ist für die Häft­lin­ge per­ma­nent ein le­bens­be­droh­li­cher Ort. Der All­tag im La­ger ist un­mensch­lich. Die Ge­fan­ge­nen wer­den ge­de­mü­tigt und un­ter­drückt. Sie müs­sen bis zur Er­schöp­fung ar­bei­ten. Vie­le wer­den zu To­de ge­schun­den. Die SS er­rich­tet im La­ger ei­ne Ord­nung des Ter­rors und der Ge­walt. Sie ver­sucht, sich die po­li­ti­schen, na­tio­na­len, so­zia­len und kul­tu­rel­len Ge­gen­sät­ze zwi­schen den Häft­lin­gen zu­nut­ze zu ma­chen. Et­wa 84.000 Män­ner und 16.000 Frau­en aus über 30 Län­dern sind zwi­schen 1938 und 1945 im KZ Flos­sen­bürg und sei­nen Au­ßen­la­gern in­haf­tiert. Je­der Ge­fan­ge­ne muss Häft­lings­klei­dung tra­gen, die mit ei­ner Num­mer und ei­nem far­bi­gen Win­kel ver­se­hen ist. Zu­neh­mend be­stimmt die Ar­beits­fä­hig­keit die Über­le­bens­chan­cen ei­nes Häft­lings. Gro­ße Häft­lings­trans­por­te er­rei­chen ab En­de 1943 Flos­sen­bürg. Das Haupt­la­ger ist über­füllt. Vie­le Häft­lin­ge wer­den in Au­ßen­la­ger trans­por­tiert. Für die meis­ten Häft­lin­ge ist die be­stim­men­de Fra­ge: »Wie über­le­be ich den nächs­ten Tag?« Oh­ne Si­cher­heits­vor­keh­run­gen, schlecht be­klei­det und bei je­dem Wet­ter müs­sen sie Er­de ab­tra­gen, Gra­nit­blö­cke ab­spren­gen, Lo­ren schie­ben und Stei­ne schlep­pen. Un­fäl­le sind an der Ta­ges­ord­nung. Käl­te, har­te Ar­beit, völ­lig un­zu­rei­chen­de Er­näh­rung und die will­kür­li­che Ge­walt von SS-Män­nern und Ka­pos füh­ren zum Tod vie­ler Häft­lin­ge. Nur we­ni­ge über­le­ben die­se Straf­kom­man­dos. Nach Ar­beits­schluss müs­sen Häft­lin­ge die To­ten zu­rück ins La­ger tra­gen.
Im Kom­man­dan­tur­stab des KZ Flos­sen­bürg ar­bei­ten et­wa 90 SS-An­ge­hö­ri­ge. Die Wach­mann­schaf­ten er­rei­chen bis Früh­jahr 1940 ei­ne Stär­ke von et­wa 300 Mann. Die­se wächst mit dem Aus­bau der Au­ßen­la­ger auf et­wa 2.500 Män­ner und 500 Frau­en im Jahr 1945 an. Nach Kriegs­be­ginn wer­den vie­le jün­ge­re SS-Män­ner an die Front ver­setzt. Die SS-Füh­rung ver­pflich­tet nun äl­te­re Män­ner, Luft­waf­fen­sol­da­ten, An­ge­hö­ri­ge an­de­rer Na­tio­nen und Frau­en zum Ein­satz in den Kon­zen­tra­ti­ons­la­gern. Nach dem Krieg er­hal­ten die meis­ten SS-An­ge­hö­ri­gen des KZ Flos­sen­bürg für ih­re Ver­bre­chen nur ge­ring­fü­gi­ge Stra­fen. An­fang April 1945 be­ginnt die Auf­lö­sung des KZ Flos­sen­bürg und sei­ner Au­ßen­la­ger. Un­mit­tel­bar vor Kriegs­en­de ster­ben Tau­sen­de von Häft­lin­gen auf den To­des­mär­schen an Ent­kräf­tung, wer­den er­schos­sen oder er­sch­la­gen. Vie­le ver­su­chen zu flie­hen. Am 23. April er­reicht die US-Ar­mee das KZ Flos­sen­bürg. Sie fin­det 1.500 schwer­kran­ke Men­schen vor. Die meis­ten Ge­fan­ge­nen sind zu die­sem Zeit­punkt auf ei­nem der To­des­mär­sche. Die letz­ten von ih­nen wer­den erst am 8. Mai von al­li­ier­ten Trup­pen be­freit.
(Textquelle: http://www.gedenkstaette-flossenbuerg.de)