1. Tag: Nach ca. 90 Minuten Busfahrt kamen unsere 8. Klassen am Montag in Waldmünchen an. Eine alte Schlossanlage wurde hier zu einer modernen Jugendbildungsstätte umgebaut, in der Seminare, Kurse und berufsorientierenden Maßnahmen unter Anleitung erfahrener Teamer stattfinden. Ziel ist es, die Schülerinnen und Schüler der 8. Klassen einen weiteren Schritt in Richtung Berufswahl zu bringen.
Nach einem Hausrundgang, Zimmer- und Bettenbezug sowie Kennenlernspielen ging es darum, sich selbst besser kennenzulernen. Fähigkeiten einzuschätzen, aber auch die eigene Wahrnehmung der Fähigkeiten mit den Fremdwahrnehmungen der eigenen Fähigkeiten zu vergleichen, war zentraler Punkt des Seminars am Nachmittag.
Teamspiele, in denen es darum ging, möglichst gut zusammen zu arbeiten, um ans Ziel zu gelangen, lockerten den Nachmittag auf, verdeutlichten aber auch die Wichtigkeit der Zusammenarbeit mit Kollegen im späteren Berufsleben.

2. Tag: Nach einer lobenswerten und ruhigen Nacht, beschäftigten sich die Klassen mit verschiedenen Themen zur Berufsorientierung und Vorbereitung auf das Berufsleben. Am Vormittag recherchierten die Schüler Berufsprofile im Internet und welche Fähigkeiten ihre Wunschberufe verlangen. Dazu gehörte auch, sich mit dem Beruf auseinanderzusetzen: warum möchte ich gerade diesen Beruf erlernen, welche meiner positiven Eigenschaften kann ich in meinem Wunschberuf verwirklichen und welche Argumente trage ich einem Personalchef vor, der sich nach meinen Fähigkeiten und Erfahrungen erkundigt.
Sich selbst zu präsentieren stand am Nachmittag auf dem Stundenplan. Die Eigenvorstellungen wurden per Video aufgezeichnet, so dass man gemeinsam beratschlagen konnte, wie man seine Vorstellung verbessern kann und was bei der Vorstellung bereits gut funktioniert.
Abgerundet und aufgelockert wurde der Tag immer wieder durch Teamspiele, in denen sich alle einbringen mussten, um gemeinsam zum Erfolg zu kommen. So musste zum Beispiel ein Spinnennetz bewältigt werden und in einer Projektarbeit eine Murmelbahn geplant, gebaut und letztlich verkauft werden.
Ein Grillabend im Schlosskeller, den einige Schüler organisieren mussten (Tische decken, Bedienen, Grillen sowie Aufräumen) beendete eine anstrengenden aber interessanten Tag.

Tag 3: Am Mittwoch stand das "Spiel der Arbeit" im Mittelpunkt. Darin konnten die Schülerinnen und Schüler die ersten Jahre des Berufsleben simulieren. Bewerbungen wurden geschrieben, Absagen mussten verarbeitet werden. Dazu wurden Probleme des alltäglichen Lebens thematisiert (Gründung einer Familie, hohe Stromrechnungen, Abwägung von Anschaffungen, die erste eigene Wohnung usw.), die mit Geldpunkten bewältigt werden mussten.
Am Ende des Tages wurden die verschiedenen Spielereignisse besprochen. Vielen Schülern wurde klar, wie wichtig es ist, organisiert zu sein, Termine einzuhalten und mit Geld umgehen zu können.

Tag 4: Am vierten Tag wurde es ernst für die achten Klassen. Vorstellungsgespräche und Einstellungstests bildeten den Mittelpunkt des Tages. 
Am Vormittag bereiteten sich die Schüler auf ihr Vorstellungsberuf im Wunschberuf vor. Geübt wurden das richtige Klopfen, die Begrüßung und die angemessene Sitzposition. In Gruppenarbeit überlegten die Schüler gemeinsam, welche Fragen sie im Vorstellungsgespräch Erwarten könnten, welche Kleidung die passende ist und wie man sich am besten auf das Gespräch vorbereitet.
Am Nachmittag wurde es ernst. Unter realen Bedingungen absolvierte die Schüler ihr erstes Vorstellungsgespräch für ihren Wunschberuf. Echte Chefs stellten ihnen Fragen und führten ein Gespräch mit den Schülern, in dem sie die erworbenen Kenntnisse der gesamten Woche einbauen könnten.
Vorher und nachher bearbeiteten die Schüler einen allgemeinen Einstellungstest, um ein Gespür dafür zu entwickeln, was in einem künftigen Einstellungstest auf sie zukommen könnte.
Nach einem anstrengenden Tag ging es am Abend in die Schlossdisco, die die Schüler selbst organisierten.

Tag 5: Bevor es um 12.30 Uhr zurück nach Regensburg ging, reflektierten die Schüler miteinander die vergangene Woche. Positives wurde festgehalten und Verbesserungsvorschläge für den eigenen Weg zur Berufswahl wurden besprochen.

Beide Klassen möchten sich ausdrücklich bei den Teamern Julia, Nadine, Horand und Anne bedanken, die die gesamte Woche geduldig, verständnisvoll und kompetent begleiteten.
Ein sehr großes Lob geht auch an das Küchenteam, das jeden Tag mit verschiedenen Gerichte überraschte, die absolut überragend schmeckten und reichhaltig vorhanden waren.

Vertiefte Berufsorientierung der 8. Klassen in Waldmünchen